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Energy Sharing / §42c EnWG

Ich will Strom mit Nachbarn teilen. Was ist der erste praktische Schritt?

Der erste Schritt ist kein Vertragsmuster. Der erste Schritt ist eine einfache Landkarte: Erzeuger, Abnehmer, Zählpunkte, Netzgebiet, Aufteilung und Reststrom.

Was §42c praktisch bedeutet

§42c EnWG ermöglicht die gemeinsame Nutzung von Strom aus erneuerbaren Erzeugungsanlagen oder passenden Speichern. Das läuft über das öffentliche Verteilernetz und braucht Verträge, Messdaten und einen Aufteilungsschlüssel.

Was es nicht ist

Es ist keine vollständige Stromversorgung und kein einfacher Handschlag-Verkauf an den Nachbarn. Fehlende Mengen müssen weiterhin über einen frei wählbaren Lieferanten bezogen werden.

Amtlichen §42c EnWG öffnen

1. Idee prüfen Nicht "Strom an Nachbarn verkaufen", sondern Teilversorgung verstehen §42c beschreibt gemeinsame Nutzung von erneuerbarem Strom über das öffentliche Verteilernetz. Die Community deckt nicht automatisch den kompletten Bedarf.
2. Rollen zeichnen Betreiber, Abnehmer und Dienstleister trennen Wer betreibt PV, Wind oder Speicher? Wer nimmt Strom ab? Wer kümmert sich um Netzzugang, Bilanzierung, Verträge, Abrechnung und Messung?
3. Zählpunkte sammeln Viertelstündliche Messung ist der praktische Drehpunkt Erzeugung und Verbrauch müssen zeitlich sauber erfasst werden. Ohne passende Messdaten bleibt Energy Sharing eine Idee auf Papier.
4. Gebiet klären Ab 1. Juni 2026 zunächst im selben Verteilnetz-Bilanzierungsgebiet Ab 1. Juni 2028 soll auch das direkt angrenzende Bilanzierungsgebiet in derselben Regelzone dazukommen.
5. Reststrom planen Jeder Teilnehmer braucht weiterhin einen Liefervertrag für fehlende Mengen Der Anlagenbetreiber muss keine Vollversorgung sicherstellen. Gerade deshalb ist der Reststromtarif Teil der Umsetzung.

Kommunaler Beispielrechner

PV am Bauhof, Verbrauch in Schule oder Schwimmbad: lohnt sich die Idee?

Der Rechner ist bewusst grob. Er zeigt, warum §42c nicht nur eine Preisfrage ist: Geteilter Strom, Reststrom und regulierte Preisbestandteile müssen getrennt betrachtet werden.

Hinweis: Das ist keine Steuer- oder Rechtsberatung. Die Eingaben bilden nur die erste Fachlogik ab. Für die Umsetzung müssen Netzentgelte, Konzessionsabgabe, Stromsteuer, Messentgelte, Bilanzierung und Lieferantenrollen konkret geprüft werden.

Micro-Lösung

Der 10-Minuten-Startcheck für eine Energy Sharing Community

  1. Schreibe alle Erzeugungsanlagen auf: PV, Wind, Speicher, Leistung, Betreiber.
  2. Liste alle möglichen Abnehmer mit Adresse, Zählernummer und grobem Jahresverbrauch.
  3. Markiere, welche Abnehmer zeitgleich Strom verbrauchen können: Haushalt, Wärmepumpe, Wallbox, Gewerbe, Gemeinschaftsflächen.
  4. Kläre, ob alle Zählpunkte im passenden Verteilnetzgebiet liegen.
  5. Lege eine erste Aufteilungsidee fest: gleiche Teile, feste Prozentwerte oder verbrauchsnah.
  6. Prüfe für jeden Teilnehmer den Reststrom: bestehender Liefervertrag, Kündigungsfrist, dynamischer Tarif oder Wechselcheck.
  7. Entscheide, wer die operative Rolle übernimmt: Betreiber selbst oder Dienstleister für Verträge, Abrechnung, Messung und Marktkommunikation.

Wer stellt welche Rechnung?

Die Rollen sauber zu trennen ist oft wertvoller als der erste Cent-Preis.

Anlagenbetreiber oder Communitystellt die Rechnung für gemeinsam genutzte kWh nach vereinbartem Aufteilungsschlüssel.
Reststromlieferantliefert alle Mengen, die PV, Wind oder Speicher nicht zeitgleich decken. Die freie Lieferantenwahl darf nicht eingeschränkt werden.
Netzbetreiber und Messstellenbetriebliefern die technische Grundlage: Netzgebiet, Netznutzung, MaLo/MeLo, 15-Minuten-Werte und Marktkommunikation.
Dienstleisterkann Verträge, Abrechnung, Messung, Wartung, Bilanzierungs- und Netzzugangsprozesse übernehmen.
Steuern, Konzessionsabgaben, Umlagensind keine Werbezeile, sondern Prüfposten. Sie entscheiden, ob aus lokalem Strom wirklich ein belastbarer Vorteil wird.

Quellenrahmen: §42c EnWG für Energy Sharing, KAV für Konzessionsabgaben, StromStG für Stromsteuer und StromNEV für Netzentgelte.

Kommunale Ersthypothese

Gemeinden sollten zuerst ihre eigenen Liegenschaften clustern.

Ein guter erster Use Case ist nicht die abstrakte Bürgerplattform, sondern ein Portfolio: Bauhof mit PV, Schule mit Tageslast, Schwimmbad mit hoher Sommerlast, Feuerwehrhaus oder Verwaltung mit planbarem Verbrauch. Daraus entsteht eine belastbare Projektfrage für Kämmerer, Klimaschutzmanagement, Stadtwerke und Netzbetreiber.

Nächster Schritt

Schick uns die Landkarte, nicht nur die Idee.

  • Wer erzeugt und wer soll teilnehmen?
  • Welche Zählpunkte und Netzgebiete sind betroffen?
  • Wie soll Reststrom beschafft werden?

Corrently Community

Du bist mit Deinem Stromproblem nicht allein.

Beschreibe kurz Deine Situation. Cori hilft Dir, den nächsten sinnvollen Schritt zu finden: Community, Wechselcheck oder Tarifprüfung.

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