Energy Sharing / §42c EnWG
Ich will Strom mit Nachbarn teilen. Was ist der erste praktische Schritt?
Der erste Schritt ist kein Vertragsmuster. Der erste Schritt ist eine einfache Landkarte: Erzeuger, Abnehmer, Zählpunkte, Netzgebiet, Aufteilung und Reststrom.
Was §42c praktisch bedeutet
§42c EnWG ermöglicht die gemeinsame Nutzung von Strom aus erneuerbaren Erzeugungsanlagen oder passenden Speichern. Das läuft über das öffentliche Verteilernetz und braucht Verträge, Messdaten und einen Aufteilungsschlüssel.
Was es nicht ist
Es ist keine vollständige Stromversorgung und kein einfacher Handschlag-Verkauf an den Nachbarn. Fehlende Mengen müssen weiterhin über einen frei wählbaren Lieferanten bezogen werden.
Amtlichen §42c EnWG öffnen · BNetzA-Verbraucherhinweise öffnen
Lohnt sich das für mich?
Energy Sharing wird nicht durch Nähe günstig, sondern durch zeitgleich passende kWh.
Das Problem ist selten die Idee. Das Problem ist die Rechnung: geteilte Viertelstunden, voller Reststrombedarf, Netzentgelte, Umlagen, Messung, Abrechnung und Dienstleisterkosten müssen gemeinsam betrachtet werden.
Preisbestandteile-Check
Der lokale Sharing-Preis ist nur der erste Posten der Rechnung.
Viele §42c-Projekte starten mit der Frage, welcher Cent-Preis zwischen Prosumer und Abnehmer fair wäre. Für die Pilotentscheidung ist wichtiger, welche Kosten sauber getrennt bleiben und welche Annahmen vor einer Rechnung noch bestätigt werden müssen.
Defensive Leitplanke: A96-/MSCONS-Readiness, sharePercent-Summe, VNB/BDEW-Kontext und Datenqualität gehören vor jede Abrechnungszusage. Dieser Check ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Prozess-Stand 2026
Die §20b-Plattform ist nicht der Knopf, auf den alle warten müssen.
Die zentrale Internetplattform nach §20b EnWG darf nicht so dargestellt werden, als sei sie schon der fertige operative Hauptprozess für jedes Projekt. BDEW weist darauf hin, dass die Registrierung von Vereinbarungen auf der Plattform keine Voraussetzung für die Umsetzung von §42c ist. Details zu Zeitpunkt, Format und Prozess hängen weiter von Festlegungen und Umsetzung der Marktakteure ab.
Quellenrahmen: Bundesnetzagentur-Verbraucherportal zu Energy Sharing, BDEW-Anwendungshilfe Energierechtsnovelle Strom 2025, FfE-Whitepaper-Serie zu §42c und Datenaustausch.
Entscheidungsmappe
Ein guter §42c-Start führt nicht zur nächsten Folie, sondern zum nächsten belastbaren Fachschritt.
Jede Rückfrage sollte klar zeigen, welcher Teil des Projekts gerade fehlt: Pilotdaten, 15-Minuten-Allokation, Rollen, Reststrom, Preisbestandteile, kommunale Anfrage oder Entscheidungsgate. So entsteht aus Interesse ein prüfbarer nächster Schritt.
Orientierung: Wiederholte Rückfragen zu Energy Sharing sollten nicht isoliert beantwortet werden. Entscheidend ist, ob sie gemeinsam auf Pilotdaten, Reststrom, Rollen oder eine kommunale Entscheidungsmappe zeigen.
Reststrom-Wechselpfad
Energy Sharing ersetzt den Stromvertrag nicht. Genau deshalb muss der Reststrom zuerst sichtbar werden.
Viele Energy-Sharing-Ideen starten mit der Plattformfrage, landen aber schnell beim fehlenden Stromanteil: Wer Strom teilen will, braucht weiterhin einen frei wählbaren Lieferanten für alle Viertelstunden, in denen die Community nicht deckt. Der Wechselcheck ist hier kein Ersatz für Energy Sharing, sondern ein eigener Prüfpfad neben Pilotdaten, Allokation und Rollen.
Orientierung: Rollen, Messung, Bilanzierung und Lieferlogik getrennt behandeln. Rechts- und Prozesspflichten bleiben anhand konkreter Projektrollen separat zu prüfen.
Energy-Sharing-Pilot starten
Ein Pilot muss nicht groß sein. Er muss prüfbar sein.
Für den Einstieg zählt weniger die perfekte Teilnehmerzahl als eine saubere Versuchsanordnung: ein konkreter Erzeuger, erreichbare Verbraucher im passenden Netzgebiet, 15-Minuten-Daten und ein klarer Testzweck.
Wie viel Strom muss gehandelt werden?
Für einen Machbarkeitstest genügen schon einige hundert bis wenige tausend kWh pro Monat, wenn Erzeugung und Verbrauch viertelstündlich nachvollziehbar sind. Das Volumen entscheidet später über Wirtschaftlichkeit; am Anfang entscheidet die Datenqualität.
Der praktische Ablauf
- Pilotziel festlegen: technische Machbarkeit, Abrechnungssimulation oder bereits abrechnungsnaher Feldtest.
- Teilnehmerkarte bauen: Erzeuger, Verbraucher, Prosumer, Adressen, Netzgebiet und Entfernung zueinander erfassen.
- Zählpunkte prüfen: MaLo/MeLo, Zähler, iMSys-/SMGW-Status und verfügbare 15-Minuten-Werte sammeln.
- Erzeugung und Überschuss beschreiben: PV, Wind oder Speicher, Leistung, Eigenverbrauch, Einspeisung, HEMS, Wallbox oder steuerbare Verbraucher.
- Reststromweg klären: jeder Teilnehmer braucht weiterhin einen Liefervertrag für fehlende Mengen; freie Lieferantenwahl und Wechseloptionen bleiben relevant.
- Auswertung vorbereiten: geteilte kWh, Reststrom, Aufteilungsschlüssel, Preislogik und offene Marktrollen getrennt betrachten.
Kommunaler Beispielrechner
PV am Bauhof, Verbrauch in Schule oder Schwimmbad: lohnt sich die Idee?
Der Rechner ist bewusst grob. Er zeigt, warum §42c nicht nur eine Preisfrage ist: Geteilter Strom, Reststrom und regulierte Preisbestandteile müssen getrennt betrachtet werden.
Hinweis: Das ist keine Steuer- oder Rechtsberatung. Die Eingaben bilden nur die erste Fachlogik ab. Für die Umsetzung müssen Netzentgelte, Konzessionsabgabe, Stromsteuer, Messentgelte, Bilanzierung, A96-Felder und Lieferantenrollen konkret geprüft werden.
Micro-Lösung
Der 10-Minuten-Startcheck für eine Energy Sharing Community
- Schreibe alle Erzeugungsanlagen auf: PV, Wind, Speicher, Leistung, Betreiber.
- Liste alle möglichen Abnehmer mit Adresse, Zählernummer und grobem Jahresverbrauch.
- Markiere, welche Abnehmer zeitgleich Strom verbrauchen können: Haushalt, Wärmepumpe, Wallbox, Gewerbe, Gemeinschaftsflächen.
- Kläre, ob alle Zählpunkte im passenden Verteilnetzgebiet liegen.
- Lege eine erste Aufteilungsidee fest: gleiche Teile, feste Prozentwerte oder verbrauchsnah.
- Prüfe für jeden Teilnehmer den Reststrom: bestehender Liefervertrag, Kündigungsfrist, dynamischer Tarif oder Wechselcheck.
- Entscheide, wer die operative Rolle übernimmt: Betreiber selbst oder Dienstleister für Verträge, Abrechnung, Messung und Marktkommunikation.
Pilot-Entscheidungsgate
Vor der Plattformfrage steht die Entscheidung: Lernprojekt oder abrechnungsnaher Betrieb?
Viele §42c- und GGV-Ideen klingen sofort nach Software, Dienstleister oder Vertrag. Praktisch braucht der Start zuerst ein Gate: Was soll bewiesen werden, welche Daten sind belastbar und wer darf am Ende welche Entscheidung freigeben?
Methodischer Hinweis: Dieses Gate strukturiert den Projektstart und macht Datenqualität sichtbar. Es begründet keine neuen Rechts-, Steuer- oder Marktkommunikationspflichten.
Suchfragen aus echten Anfragen
Wer nach StromSharing sucht, meint meistens Rollen, Plattform und Machbarkeit.
Fachlicher Rahmen: 15-Minuten-Allokation, Settlement-Readiness und A96-Felder sind für Produktivläufe prüfpflichtig; einzelne BNetzA-Details bleiben bis zur finalen Spezifikation defensiv zu behandeln.
15-Minuten-Lastgang- & Allokationsrechner
Wie wird der PV-Strom viertelstündlich verteilt?
Im Energy Sharing nach §42c EnWG muss erzeugter Strom zeitgleich (in derselben Viertelstunde) verbraucht werden. Dieser Rechner zeigt an vier beispielhaften Intervallen, wie ein Aufteilungsschlüssel (feste Quote vs. verbrauchssynchrone Allokation) die geteilte Energiemenge, den Überschuss und den Reststrombedarf beeinflusst.
Hintergrund: Die statische Quote teilt die Erzeugung starr auf. Wenn ein Teilnehmer in der Viertelstunde weniger verbraucht als seine Zuteilung, verfällt der Rest ungenutzt ins Netz, obwohl der andere Teilnehmer ihn gebrauchen könnte. Die verbrauchssynchrone Allokation verteilt die Erzeugung proportional zum tatsächlichen Verbrauch in diesem Intervall und minimiert den ungenutzten Überschuss.
Rollenentscheidung
Direktvermarkter, Stadtwerk oder Dienstleister ist keine Glaubensfrage.
Die Rollenfrage wird konkret, sobald klar ist, welche Aufgabe wirklich fehlt: Reststrom, Abrechnung, Marktkommunikation, Überschussvermarktung oder nur ein sauberer Pilotdatenlauf. Diese Matrix trennt Suchworte von der nächsten prüfbaren Entscheidung.
Hinweis: Diese Matrix ist eine Orientierung für den Projektstart. Sie ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Marktkommunikationsprüfung und setzt keine finale BNetzA-/VNB-Prozessantwort voraus.
Kommunaler Liegenschaftsfahrplan
Für Gemeinden beginnt Energy Sharing mit Gebäuden, nicht mit einer Plattform.
Kommunen, Vereine und Stadtwerke können §42c am greifbarsten prüfen, wenn sie zuerst ein kleines Portfolio aus Erzeugung und Verbrauch bauen. Der Fahrplan trennt geeignete Liegenschaften, Datenlücken und Rollenfragen, bevor Beschaffung, Plattform oder Dienstleister entschieden werden.
Prüfbezug: MaStR-Portfolioqualität, VNB/BDEW-Kontext, 15-Minuten-Allokation und Settlement-Readiness sind Vorprüfungen. Der Fahrplan ersetzt keine Vergabe-, Rechts- oder Steuerberatung.
Kommunale Anfragevorlage
Aus "Bieten Sie dazu Dienste an?" wird eine prüfbare Erstfrage.
Wer Energy Sharing als Kommune, Genossenschaft oder Prosumer-Gruppe anstößt, braucht keinen langen Pitch. Besser ist eine knappe Anfrage, die Rollen, Liegenschaften, Messdaten und Reststrom trennt.
Diese Vorlage ist ein Arbeitsrahmen für die erste Rückfrage. Sie ersetzt keine Rechts-, Steuer-, Vergabe- oder Marktkommunikationsprüfung und sollte vor externer Nutzung projektspezifisch angepasst werden.
Kommunale Entscheidungsmappe
Eine Seite für Kämmerer, Klimaschutzmanagement und Stadtwerk.
Die Mappe übersetzt eine §42c-Idee in sechs prüfbare Felder. Sie ist für den ersten Abstimmungstermin gedacht: genug Struktur für eine Ja-/Nein-/Daten-fehlen-Entscheidung, aber noch kein Beschluss- oder Vergabedokument.
Orientierung: Rollen, Messung, Bilanzierung, Reststrom und Liefer-/Direktvermarktungslogik getrennt behandeln. Daraus entstehen Prüffragen, aber keine pauschalen neuen Rechtspflichten.
Datenlücken-Ampel
Welche Information fehlt der Kommune vor der ersten §42c-Entscheidung?
Die Ampel ist für den Moment gedacht, in dem die Frage noch offen ist: "Welche Informationen brauchen wir dazu?" Sie bewertet keine Rechtslage, sondern zeigt, ob die Entscheidungsmappe schon genug Substanz für Simulation, Rollenklärung oder Fachrückfrage hat.
Methodischer Hinweis: Energy-Sharing-Anfragen als Datenqualitäts-Gate behandeln. Verbindliche Pflichten bleiben getrennt zu prüfen; die Ampel ersetzt keine Rechts-, Steuer-, Vergabe- oder Marktkommunikationsprüfung.
Kommunale Lastgang-Triage
Welche Liegenschaft sollte zuerst in den §42c-Test?
Die Kämmerer-Sicht braucht keinen Plattformvergleich als ersten Schritt, sondern eine Reihenfolge: Welche kommunale Liegenschaft hat passende Tageslast, belegbare Viertelstundenwerte und einen Reststromweg, der nicht erst im Betrieb auffällt?
Vorsichtiger Rahmen: Diese Triage priorisiert die nächste Datenarbeit. Sie ersetzt keine Vergabe-, Rechts-, Steuer- oder Marktkommunikationsprüfung und macht keine Aussage über finale §42c-Pflichten.
Abrechnungsfahrplan
Vor der ersten Rechnung braucht der Pilot ein belastbares Settlement-Protokoll.
Die wichtigste Dienstleistung ist nicht der schönste Plattform-Screen, sondern ein sauberer Monatslauf: Welche kWh wurden geteilt, welche blieben Reststrom, welche Werte sind belegt und welche Rolle darf was abrechnen?
Technische Leitplanke: VNB-Identität, gültige MaLo-Formate, eindeutige Erzeuger, passende Grid-Areas und konsistente sharePercent-Summen sind Vorprüfungen. Das ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Rechnungsrollen-Belegpaket
Vor "wer stellt die Rechnung?" steht: Welche Belege trägt welche Rolle?
Formulierungen wie "Stromkreisverantwortlicher" und "Bieten Sie dazu Dienste an?" zeigen eine konkrete Suchintention: Interessenten wollen nicht nur wissen, ob Energy Sharing erlaubt ist, sondern wer die Rechnung fachlich tragen kann. Dieses Belegpaket trennt die sichtbaren Monatszeilen, bevor ein Dienstleister, Stadtwerk oder Lieferant angesprochen wird.
Vorsichtiger Rahmen: Das ist eine operative Strukturhilfe für Pilot und Simulation, keine Rechts-, Steuer- oder Marktkommunikationsberatung. Verbindliche Pflichten bleiben anhand konkreter Rollen und Quellen zu prüfen.
A96-/MSCONS-Datenkarte
Aus "Informationen dazu" wird eine prüfbare Datenliste für den ersten Monatslauf.
Viele §42c-Anfragen starten mit der Plattformfrage. Für Corrently ist der bessere Einstieg eine kleine Datenkarte: Welche Felder kann die Community heute belegen, welche sind nur angenommen und welche müssen Netzbetreiber, Messstellenbetrieb oder Dienstleister noch bestätigen?
Arbeitsstand: A96-Defaults sind eingefroren, aber mehrere Felder bleiben bis zur finalen BNetzA-Spezifikation defensiv. Diese Liste hilft bei der Vorbereitung; sie ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Marktkommunikationsprüfung.
Wer stellt welche Rechnung?
Die Rollen sauber zu trennen ist oft wertvoller als der erste Cent-Preis.
Quellenrahmen: §42c EnWG für Energy Sharing, KAV für Konzessionsabgaben, StromStG für Stromsteuer und StromNEV für Netzentgelte.
Nächster Schritt
Schick uns die Landkarte, nicht nur die Idee.
- Wer erzeugt und wer soll teilnehmen?
- Welche Zählpunkte und Netzgebiete sind betroffen?
- Wie soll Reststrom beschafft werden?
Pilot-Datenpaket
Aus "Wir möchten Strom teilen" wird erst mit diesen Angaben ein prüfbarer Start.
Für eine Familie, Nachbarschaft oder Gemeinde reicht am Anfang kein perfekter Vertrag. Besser ist ein kleines Datenpaket, mit dem Corrently Machbarkeit, Reststrom und nächste Rollen klären kann.
- Community: Ort, Netzgebiet, grobe Entfernung der Teilnehmer und gewünschtes Pilotziel.
- Erzeugung: PV, Wind oder Speicher mit Leistung, Betreiberrolle, MaStR-Status und vorhandenen Messdaten.
- Verbrauch: mögliche Teilnehmer, MaLo/MeLo soweit vorhanden, Jahresverbrauch und iMSys-/SMGW-Status.
- Reststrom: aktueller Lieferant, Kündigungsfrist, Wunsch nach dynamischem Tarif oder klassischem Wechselcheck.
- Datenprobe: wenn vorhanden ein 15-Minuten-Beispiel für Erzeugung und Verbrauch; sonst genügt die ehrliche Lücke.
Correntlianer-Onboarding
Werde Correntlianer und mache aus Deinem Fall eine nutzbare Community-Frage.
Dieses Formular sammelt die Datenpunkte, die Corrently für Einordnung, Rückfrage, Wechselcheck und Community-Lernen braucht. So wird aus Deinem Problem kein loses Kontaktformular, sondern ein vorbereiteter Vorgang, der auch anderen Correntlianern hilft.
3-Minuten-Vorcheck
Energy Sharing / §42c sortieren, bevor Du das Formular abschickst.
Wenn Du diese drei Punkte grob kennst, kann Corrently aus Deiner Meldung schneller einen Rückfrage- oder Wechselcheck-Start machen.
- Verbrauch und AbschlagJahresverbrauch, aktueller Abschlag oder letzte Rechnung reichen für den Start.
- Vertrag und FristGrundversorgung, Kündigungsfrist, Preiserhöhung oder auslaufender Vertrag helfen bei der Reihenfolge.
- Zähler und AnlageZählerart, Wärmepumpe, PV, Speicher, Wallbox oder Balkonkraftwerk zeigen, welcher Tarifpfad passt.
- Datenpunkte aufnehmen
- Case im Corrently-CRM anlegen
- Wechselcheck starten
- Community-Frage oder nächsten Schritt vorbereiten